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Das
ewige Thema ... zumindest bei den 2-V-Kühen. Gerüchte-
und erfahrungsweise sind auch die 4-V-Kühe vor Elektrikproblemen
nicht gefeit. Der neue Single-CAN-Bus bei der neuesten Boxergeneration
scheint allerdings sehr zuverlässig zu sein.
Drei
Tipps zur Fehlersuche
...
habe ich an dieser Stelle:
•
den Verlauf des Stroms immer systematisch von der Batterie zur (vermuteten)
Fehlerquelle oder dem ausgefallenen Gerät verfolgen. Hört
sich dämlich an, wirkt aber oft Wunder...
•
in die beiden Foren kucken: HPN-Forum,
Boxer-Forum.
Da werden Sie (meistens) geholfen!
•
nach dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung vorgehen :
"Falls Du
ein Meßgerät zur Hand hast, miß mal die Spannung
an den Batteriepolen bei Motor aus (Soll >12V) und bei ~2500/min
(Soll knapp 14V).
Falls bei laufendem Motor die Spannung nicht steigt, ist die LiMa
tot.
Was ist nun kaputt?
Kurz zur Funktion:
Um Strom zu erzeugen braucht's ein Magnetfeld, durch das ein elektrischer
Leiter bewegt wird. Üblicherweise macht man's jedoch so, daß
man das Magnetfeld bewegt und stattdessen den Leiter (die Sekundärwicklungen)
festhält.
Das Magnetfeld wird bei der Kuh nicht durch Dauermagnete, sondern
durch Elektromagnete (den Rotor) erzeugt.
Das sind Eisenkerne, um die Spulen gewickelt sind, durch die man
einen Strom (den sog. Erregerstrom) schickt, der die Eisenkerne
magnetisiert.
Wenn die LiMa nicht tut, dann liegt der Fehler in 99.9% der Fälle
im nicht vorhandenen Erregerstrom, d.h. daß sein Strompfad
irgendwo unterbrochen ist.
Deshalb gucken wir uns jetzt diesen Strompfad mal genauer an:
Der Erregerstrom fließt
- von der Batterie (Pluspol)
- über's Zündschloß
- über die Ladekontrollleuchte
- über den Regler
- über die erste Schleifkohle am Rotor
- über die Rotorwicklung
- über die zweite Schleifkohle
- über die Masse
- zur Batterie (Minuspol)
Wir beginnen die Suche am Rotor.
- Massekabel an der Batterie abklemmen
- Lichtmaschinenhaube abnehmen
- Massekabel wieder anklemmen
- Zündung einschalten, Öldruck- und Leerlaufleuchte brennen,
Ladekontrollleuchte ist aus
-> es fließt kein Erregerstrom
Die beiden Laufflächen der Schleifkohlen sind elektrisch voneinander
isoliert und stehen nur durch die Rotorwicklung miteinander in Verbindung.
Deshalb legen wir jetzt mal eine elektrische Verbindung, indem wir
z.B. den 13er Maulschlüssel aus dem Bordwerkzeug dran drücken.
- Ladekontrollleuchte brennt? -> Rotorwicklung unterbrochen ->
Rotor austauschen!
- Ladekontrollleucht brennt nicht:
Guck Dir jetzt die Kabel an den Schleifkohlen an. Eines (braun)
geht direkt an Masse, das andere kommt irgendwo von oben hinter
der Diodenplatte.
Das liefert den Erregerstrom zum Rotor. Faß es mal mit einem
Prüflämpchen an, das Du mit der Krokodilklemme an eine
Kühlrippe eines Zylinders angeschlossen hast.
(Falls keine Prüflampe zur Hand (Schäm Dich!), zieh's
ab, halte es direkt an Masse und guck, ob die Ladekontrolle brennt.)
- Prüflampe brennt? -> Erregerstrom wäre da -> Der
Fehler kann jetzt nur noch an den Schleifkohlen liegen (z.B. so
weit abgenutzt, daß sie keinen Kontakt mehr zur Lauffläche
des Rotors haben) oder an der Masseverbindung.
-- Lege eine Brücke über beide Spiralfedern, die die Kohlen
nach unten drücken, ohne jedoch zusätzlichen Druck auf
die Schleifkohlen auszuüben.
--- Ladekontrolle brennt ? -> Schleifkohlen haben keinen Kontakt
zur Rotorlauffläche
--- Ladekontrolle brennt nicht? -> Massekohle hat keinen Kontakt
zu Masse
- Prüflampe brennt nicht? -> Unterbrechung liegt vor'm Rotor
- Tank abnehmen und nachsehen, ob der Dreifachstecker am Regler
noch ordentlich sitzt (der kämpft manchmal gegen den rechten
Gaszug).
-- Falls ja, mit 'ner Prüflampe nachsehen, ob Spannung auf
dem Kabel ist, das von der Ladekontrollleuchte kommt. (Welcher Anschluß
das ist, kann ich Dir auswendig nicht sagen. Zur Not an der Kabelfarbe
orientieren, die von der Ladekontrolle wegführt.
--- Falls ja: -> Regler defekt -> Regler austauschen!
(Der Regler limitiert die Bordspannung, indem er immer, wenn sie
zu hoch steigt, den Erregerstrom kurz unterbricht.)
--- Falls nein:
--- Birnchen der Ladekontrolle prüfen
---- defekt? -> austauschen
---- intakt? --> prüfen, ob vom Zündschloß Spannung
drauf geschaltet wird.
(Das ist die einzige Funzel am ganzen Moped, die keinen direkten
Masseanschluß hat. Sie sieht auf der einen Seite vom Zündschloß
her die Batteriespannung und von der anderen die Lichtmaschinenspannung
über den Weg, den ich eingangs als Strompfad des Erregerstromes
dargestellt habe.)"
(von
Clemens aus dem HPN-Forum)
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Es
gibt übrigens eine verstärkte Lichtmaschine
mit 450 Watt Leistung von der Firma Euromotoelectrics:

Bild
von http://www.euromotoelectrics.com
Und
noch ein Tipp von Bernd Bauer aus dem HPN-Forum zu den ewig abrauchenden
Rotoren:
"Welche
Anbieter hat das beste Preis Leistungsverhältnis für Ersatzrotoren?
http://www.oldtimerelektrik.de/
Da kostet der Rotor 90,- Euro. Dabei handelt sich um ein Neuteil.
Den alten Rotor kannst Du dann immer noch in die Bucht werfen.)"
Und
mein persönlicher Rotorentipp: Ich habe selber gute Erfahrungen
mit den Austauschrotoren von Silent Hektik gemacht. Entscheidend
ist aber wohl auch, ob der Motor ruhig läuft - beim sehr ruhig
leufenden Kallenbach-Motor meiner HPN-G/S ist der Originalrotor
von BMW seit 75000 km im Einsatz ... und ausserdem scheint es auch,
wie es bei "Asterix bei den Briten" heißt, "ein
gutes Stück Glück" zu sein: Harri hat auf seinen
diversen 2-V-Kühen den ersten Rotorausfall nach über 20
Jahren und 500 000 km erlebt ...
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